Verzicht und Gewinn

Verzicht und Gewinn

Energie sparen, den Verbrauch reduzieren und auf gewisse Nahrungsmittel verzichten: Mit der richtigen Einstellung gewinnen wir dabei sogar an Lebensqualität. Kreieren wir Win-Win-Situationen für die Umwelt und unsere Zufriedenheit.

Die Botschaft, dass Ressourcen knapp und endlich sind, kommt bei uns langsam, aber sicher an. Auch dass wir in der Schweiz auf zu grossem Fuss leben, ist uns bewusst. Eine repräsentative Umfrage der Uni Bern bei der Bevölkerung im Naturpark Gantrisch hat ergeben, dass die Bereitschaft zur Veränderung da ist: Eine Mehrheit der Befragten hat angegeben, sich einen nachhaltigeren Lebensstil zu wünschen. Doch wie kommen diese motivierten Menschen vom Wunsch zur Handlung?

Laut dem Forschungsteam der Uni Bern haben ökologischere Handlungsweisen Erfolg, wenn sie gleichzeitig eine Steigerung unserer Lebensqualität bedeuten: Anzustreben sind Massnahmen, welche den ökologischen Fussabdruck verringern und gleichzeitig das subjektive Wohlbefinden steigern. Wenn wir uns zum Beispiel bewusst sind, wie gesund regelmässige Bewegung ist, gehen wir die paar Kilometer ins Dorf gerne zu Fuss und empfinden diesen Spaziergang als Bereicherung.

Quelle: Wiesli et al. 2020, Lebensqualität im Kontext Nachhaltiger Entwicklung

INFO:

www.gantrisch.ch/forschen 

 

Ausgewählte Win-Win-Situationen für die drei ressourcenintensiven Bereiche Mobilität, Wohnen und Ernährung: 

Mobilität

Beispiel Freizeitverkehr: Laut Bundesamt für Raumentwicklung geht der grösste Teil der täglich zurückgelegten Strecken, nämlich knapp 40%, auf das Konto des Freizeitverkehrs. Hierbei sind die Kilometer für den Einkauf nicht eingerechnet. 

Win-Win-Situation: 

Langsamer und intensiver erleben

Oft ist unser Wochenende gefüllt mit verschiedensten Aktivitäten. Wie wäre es, wenn wir unser Programm auf eine Aktivität pro Wochenende reduzieren würden, um diese dafür umso intensiver zu erleben? Wir könnten uns nach dem ÖV-Fahrplan richten, würden durch das langsamere Reisen die Landschaft intensiver wahrnehmen und die Orte schrittweise entdecken. Und gleichzeitig verringern wir CO2-Emissionen und reduzieren die Lärmbelastung der Anwohnerinnen und Anwohner. 

Naturpark-Gantrisch Exklusiv-Tipp: 

Nutzen Sie bei Ihrem nächsten Ausflug in den 

Gurnigel die Mitfahrpunkte!

www.gantrisch.ch/mitfahrpunkte

 

Wohnen

Beispiel Heizen: Im Naturpark Gantrisch haben wir pro Person doppelt so viel Wohnfläche zur Verfügung wie die Schweizer Bevölkerung im Durchschnitt. Das bedeutet auch, dass wir mehr Heizenergie aufwenden müssen. 

Win-Win-Situation: Gesunde Raumtemperatur schont das Budget

Wer auch im Winter im T-Shirt in der Wohnung sitzt, verbraucht nicht nur zu viel Heizenergie, sondern leistet auch dem Körper einen Bärendienst. Kühlere Luft ist feuchter, schont unsere Schleimhäute, unser Schlaf ist besser und wir sparen Heizenergie ein. Die ideale Raumtemperatur im Wohnzimmer ist um die 20 Grad, da gehören ein Pullover und warme Socken dazu. 

 

Ernährung

Beispiel regionale Produkte: Laut der Umfrage der Uni Bern kommen 81% der bei uns konsumierten Lebensmittel aus der Schweiz oder den umliegenden Ländern. 19% stammen aus weiter entfernten Ländern. Auch die Produkte direkt ab Hof werden in unserer Region sehr geschätzt.

Win-Win-Situation: Superfood aus der Region wirkt doppelt

Ersetzen wir zum Beispiel weitgereistes Superfood durch Leinsamen aus Riggisberg oder durch Quinoa aus dem Gürbetal, wissen wir, woher das Produkt kommt. Kaufen wir im Dorf oder im Hofladen ein, ergibt sich die Gelegenheit für einen kurzen Schwatz und wir erhalten Verwendungstipps der Produzenten. Das ist besser investierte Zeit als die Fahrt bis zum nächsten Einkaufszentrum. Wir sparen CO2 für den Warentransport und unseren Einkaufsweg und sichern Arbeitsplätze im Dorf.

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