Wir führen hier vier Beispiele von Familiennamen auf, die ihren Ursprung im Schwarzenburgerland haben. Die Liste der hiesigen Geschlechter wäre mit den Beieler/Beyeler, Hostettler, Krüter/Kreuter, Mischler, Nydegger, Riesen, Staudenmann und Zahnd zu ergänzen.
Binggeli war im Guggisbergischen bereits im Spätmittelalter präsent: Pingeli (1423?/1484), Binckeli (1484), Pinckeli (1515). Als «Pinggl» wird im Senslerdeutsch ein hinkender Mensch bezeichnet, somit war es ein nicht ganz so wohlwollender Spitzname.
Dürrenmatt sind ursprünglich nur in der Region heimatberechtigt. Ein Türrenmatt wird vor 1484 (1424?) im Dürrenboden und Uf der Furren bei Wyden erwähnt, bereits 1515 sind dann mehrere Dürematt oder Durrenmatt ansässig.
Zbinden sind als «Binden» oder «ze Binden» bereits um 1500 ansässige Familien. Ein Vorfahre war ein Fassbinder oder Küfer, also meint «ds Binden» des Binders Nachkomme.
Zwahlen ist ein alteingesessenes Geschlecht. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts lebte ein «ze Walon» in Walahus hinter dem Guggershörnli, dann «ze Walen» (1484), Zwallen/Zwalen (1515). Die traditionsreiche Bäckerei Zwahlen (1876–2021), das Modegeschäft Zwahlen (1936/1950–2016) und in Milken das Restaurant Zwahlen waren weiterherum bekannt. Im Namen steckt das althochdeutsche «Walah(a)» eine gängige Bezeichnung für die Romanen/Welsche oder die Fremden allgemein.
Laura Tschirren und Urs Rohrbach
Zum Bild: Die fünf Burgergemeinden von Schwarzenburg (Wahlern, Dorf, Brünnen-Elisried, Albligen und Harris) sind historisch gewachsene Personalkörperschaften. Häufig besitzen die Gemeinden Land, Wald und Immobilien. Ursprünglich regelten sie die gemeinsame Nutzung der Allmend und unterstützten Bedürftige. Mit der Entstehung der Einwohnergemeinden verloren sie politische Aufgaben, bewahren heute aber wertvolle Archive, Traditionen und regionale Identität.
Quelle: Auszug aus der Chronik «1000 Jahre Schwarzenburg».