Im Mittelalter wurde das Schwarzenburgerland «Interaquas» genannt, was mit «zwischen den Wassern» übersetzt werden kann und die Bedeutung der Schluchten von Sense und Schwarzwasser benennt. Naturräumlich liegt Schwarzenburg im terrassenartig ansteigenden Übergang zwischen Mittelland und Voralpen auf einem vorwiegend kaltzeitlich und nachkaltzeitlich geformten Molasseuntergrund. Die Gemeindegrenzen sind naturräumlich grösstenteils sehr klar definiert durch Sense, Schwarzwasser und Lindenbach, während die südlichen Grenzen weniger topografisch bedingt sind. Ein Sonderfall ist das Dorf Albligen, welches westlich der Sense in den Kanton Freiburg ragt und einen Berner Brückenkopf bildet.
Als sich die grossen Gletscher nahekamen
Das Gesteinsmaterial in unserer Gegend stammt aus der Ablagerung der Alpenabtragung im Neogen/Tertiär. Es wird als mittelländische Molasse bezeichnet und besteht aus Nagelfluh, Sandstein sowie Mergel. In den Kaltzeiten stiessen Gletscher in diese Landschaft vor und überformten sie durch Moränen und Schotterablagerungen von den Schmelzwässern. Die grössten Auswirkungen auf die heutigen Landschaftsformen in unserem Gebiet hatten der Rhone- und der Aaregletscher der letzten Kaltzeit. Die beiden Gletscher näherten sich in der Gegend von Elisried bis auf 2–3 km. Das vorhandene Flusssystem im unvergletscherten Gebiet wurde mit Schotter gefüllt und im Randbereich der Gletscher von Moränen überdeckt. Schotterflächen aus der Zeit des Maximalstadiums des Rhonegletschers findet man vor allem bei Elisried, wo ein See entstand, in anderen Bereichen auch Ried-, Sumpf- oder Torfmoor.
Vor der letzten Kaltzeit sind sowohl Sense wie Schwarzwasser noch nicht ihrem heutigen Bett gefolgt. Während der letzten Kaltzeit mit ihren Gletschervorstössen und -rückzügen haben die Flüsse mehrmals den Lauf gewechselt und schliesslich die heutigen Schluchten geschaffen.
Wasser und Schwerkraft formen die Landschaft
Im Holozän, der nachkaltzeitlichen Periode bis heute, haben die Gewässer durch Erosion und Aufschüttung sowie einzelne Felsstürze und Rutschungen die heutige Landschaft geformt. Felsstürze sind in der Senseschlucht zu beobachten und treten gesteinsbedingt vor allem zwischen Dorfwald und Sodbach auf. Die Sense, das Schwarzwasser sowie der Dorfbach und der Lindenbach mit ihren Zuflüssen bilden diese eindrücklichsten Landschaftselemente. Der WWF hat in einer Studie vierzehn Schweizer Alpenflüsse miteinander verglichen und ist zum Schluss gekommen, dass die Sense die Kriterien an einen naturnahen Fluss am besten erfüllt. Sie bildet einzigartige Auenlandschaften mit Pflanzen und Tieren, die nur hier leben können. Die zwei wilden Flüsse Sense und Schwarzwasser sind denn auch national und kantonal mehrfach geschützt und werden zu Recht als Gewässerperlen betitelt.
Tragen wir Sorge und geniessen diese einzigartige Wildnis.
Andreas Fischer,
Auszug aus der Chronik
«1000 Jahre Schwarzenburg»
Verlosung
Die Chronik über Schwarzenburg ist in der Buchhandlung Schmiedgasse und auf der Gemeindeverwaltung für 49 Franken erhältlich.
Im Leserwettbewerb gibt es zwei Exemplare zu gewinnen: Wie nennt der WWF die Sense und das Schwarzwasser? Senden Sie die Antwort und Ihre Kontaktangaben per Postkarte an bm media AG, Gantrisch Zeitung / Buchverlosung, Seftigenstrasse 310, 3084 Wabern. Einsendeschluss: 21. August (Poststempel).