Eine Studie von Twohig-Bennett und Jones aus dem Jahre 2018 besagt, dass ein Leben in naturnahen Landschaften Stress reduziert, die Konzentration fördert und das allgemeine Wohlbefinden steigert. Sind demnach Rüschegger oder Guggisberger glücklicher als Bümplizer? Wissenschaftlich gesehen schon, ja. Denn Wildnis fordert den Menschen heraus. Wer sich in garstigem Wetter um seine Tiere kümmert oder der Bise trotzt, verlässt die Komfortzone. Die Natur erinnert daran, dass nicht alles planbar ist – eine Erkenntnis, die im modernen Alltag verloren geht. Menschen, die so leben, tragen das Gebirge nicht nur unter ihren Füssen, sondern auch in ihren Gesichtern. Charakterköpfe sind es – geformt von Arbeit, Verantwortung und der Nähe zur Natur. Sie sprechen wenig von sich selbst, aber viel von ihren Tieren, ihren Wiesen und vom Wetter, das hier oben oft der eigentliche Herr des Hauses ist. Menschen, die sich tagtäglich der wilden Natur aussetzen, werden selbst ein wenig wild. Im gut gemeinten Sinn. Sie halten inne, um zu lauschen, und mögen dem Unvorhergesehenen zwar mit Ecken und Kanten begegnen, dafür mit verwurzelter Stärke oder stoischer Ruhe. Den «Berglern» sagt man nach, aufgrund der beengten Täler nicht sehr weitsichtig zu sein. Andererseits können sie jederzeit auf den Berg laufen, um Weitsicht zu erlangen. Doch manchmal lernt die Natur eben auch, etwas auszuhalten, durchzuwettern. Ungezähmte Menschen sind keine Scheusale, sondern Charaktere. Hart im Wort, weich im Herz.
Am 22. September wählen die Belperinnen und Belper ihren Gemeinderat für die nächsten vier Jahre.…