Konkreter Klimaschutz

Konkreter Klimaschutz

Wer Energie spart oder auf erneuerbare Energien setzt, soll von der Gemeinde finanzielle Unterstützung erhalten können. Riggisberg überarbeitet dafür das veraltete Reglement des Energie-Förderfonds und richtet es neu aus.

Das Ziel ist bekannt: Bis 2050 will Riggisberg Netto-Null erreichen. Allein kann die Gemeinde dies jedoch nicht schaffen. Auch Private, Unternehmen und Energieversorger sind gefragt. Der Erhalt von Fördergeldern soll durch das neue, flexiblere Klima-Förderprogramm nun einfacher werden.

Veraltetes Reglement

Neu ist diese finanzielle Förderung jedoch nicht. Bereits seit 2014 verfügt Riggisberg über eine Spezialfinanzierung für Energie. Gespiesen wird diese durch einen Teil der Gemeindeabgabe auf Strom. Dadurch kommen jährlich 126’000 Franken zusammen. 40 % davon – rund 50’000 Franken – fliessen in den Fördertopf, bis dieser maximal 150’000 Franken enthält.

Bislang sah das Reglement finanzielle Unterstützung für beispielsweise energetische Gebäudesanierungen oder den Ersatz von Öl-, Gas- und Elektroheizungen durch erneuerbare Heizsysteme vor. In den vergangenen Jahren wurde allerdings kein Geld aus diesem Fonds bezogen. Mittlerweile  ist der Maximalbetrag von 150’000 Franken erreicht. Das Problem: Das bestehende Reglement ist veraltet und wird den geltenden gesetzlichen Energievorgaben nicht mehr gerecht. «Die Hürden und Vorgaben für die mögliche Vergabe von Fördergeldern sind dort sehr hoch angesetzt», erklärt Daniel Gerber, Projektleiter Tiefbau, Energie und Nachhaltigkeit. Ausserdem will die Gemeinde die Förderung stärker an ihrer Klimastrategie ausrichten und flexibler auf neue Entwicklungen reagieren können. Künftig sollen die konkreten Förderangebote deshalb in einer Verordnung geregelt und regelmässig angepasst werden. Mit dem neuen Programm werden Massnahmen unterstützt, die den Energieverbrauch bei Wärme, Strom und Mobilität senken oder den Anteil erneuerbarer Energien erhöhen. Neu sollen ausserdem auch Vorkehrungen zur Anpassung an die Folgen der Klimaerwärmung Platz finden.

Solaranlagen bis Ladestationen

Dabei will die Gemeinde flexibel bleiben. Die konkreten Förderangebote werden jeweils auf die vierjährigen Massnahmenpakete der Riggisberger Klimastrategie abgestimmt. Ein erstes solches ist für die Jahre 2027 bis 2030 vorgesehen. Möglich sind in diesen Jahren zeitlich oder finanziell begrenzte Förderungen, die Unterstützung innovativer Projekte sowie Informationsveranstaltungen. «Das sind beispielsweise winteroptimierte PV-Anlagen für Unternehmen oder Hauseigentümerinnen, oder E-Ladestationen für  Mieter.» Danach soll für die Jahre 2031 bis 2034 ein neues Paket geschnürt werden. Für einzelne Fördermassnahmen sind laut Gerber Beiträge zwischen 3000 bis maximal 10’000 Franken vorgesehen. Innovative Projekte können mit bis zu 40’000 Franken unterstützt werden.

Auch die Bürokratie soll sich in Grenzen halten: Die Gemeinde setzt nach eigenen Angaben auf möglichst einfache Bedingungen für Gesuche und Auszahlungen. Zurzeit befinden sich die rechtlichen Grundlagen in der Genehmigungsphase beim Gemeinderat. Das letzte Wort hat schliesslich die Stimmbevölkerung: Am 2. Dezember entscheidet die Gemeindeversammlung über das Reglement.

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