«Sie haben viele Formulare ausgefüllt, den Einbürgerungs- und Sprachtest bestanden und das Einbürgerungsgespräch gemeistert», zollt sie den Eingeladenen Respekt. Was sie in den Gesprächen immer berührt habe: «Dass Sie sich hier zu Hause fühlen. Hier erfahren Sie Sicherheit und Respekt. Nun möchten Sie ganz dazugehören und an der Zukunft des Landes mitbauen.»
Die Schweiz sei mehr als nur Käse und Berge. Sie sei seit jeher ein Einwanderungsland, sagt Arnold Zehnder und verwies etwa auf die vielen Alpentunnels und Staumauern oder auf die Uhrenindustrie: «Das Glück der Schweiz und ihre Zukunft sind eng mit Immigration verknüpft.» Die Eingebürgerten seien mit ihren Berufen, aber auch als Persönlichkeiten gefragt. «Bringen Sie sich ein», betont sie.
Einer von ihnen ist Wahid Amiri. Im Juni 2015 wurde der damals erst 15-Jährige von der Schweizer Grenzpolizei im Zug aufgegriffen, nach 18 Monaten auf der Flucht vor den Taliban, auf sich allein gestellt. In Belp half ihm ein pensionierter Sekundarlehrer in vielen Belangen, etwa beim Deutschlernen. An der Feier erzählt der heute 30-Jährige seine Geschichte mit grosser Dankbarkeit. Er konnte eine Lehre absolvieren und arbeitet seit vielen Jahren beim Bund. «Ich bin stolz, mich heute Schweizer nennen zu dürfen, und hoffe, dem Land etwas zurückgeben zu können.» Musikalisch umrahmt wird die Feier von Lea Roskamp und Elia Hauser von der Musikschule Belp. Sie begleiten die Anwesenden auch beim Singen der Nationalhymne. Anschliessend erhalten die neuen Schweizerinnen und Schweizer unter grossem Applaus ihre Einbürgerungsurkunde und einen Lebkuchen. Nach der «Belp-Hymne» wartet ein reichhaltiger Apéro, inklusive zahlreicher von den Gefeierten mitgebrachter Desserts aus ihrer jeweiligen Heimat – ein erstes sichtbares Zeichen dafür, wie sie Belp bereichern.