Familiensache

Familiensache

Gute Geschichten ergeben sich häufig spontan. So auch in diesem Fall: Die kurzfristige Anfrage wird positiv beantwortet, auf das telefonische Gespräch folgt ein persönliches Treffen mit Fototermin. Und schon sind wir mittendrin in einer (Familien-)Geschichte.

Der Familienname Wenger ist seit fünf Generationen mit der Chumm verbunden. Nachdem Uelis Grossvater («Chumm-Hans») in den 1880er-Jahren «iighüratet» hatte, entwickelten sich eine Familie und ein Betrieb, der über die Gemeindegrenzen hinaus Bekanntheit erlangt hat.

Der Scholle treu geblieben – in neuer Form

Er habe seit 50 Jahren «äs Gschleipf» mit der gleichen Frau, witzelt Ueli Wenger am Telefon. Annerös Wenger bestätigt dann: «Wir passen gut zueinander und schauen dankbar zurück.»

Die vergangenen Jahrzehnte waren von vielen Erlebnissen in der Familie geprägt, aber auch von harter Arbeit. Diese bestand anfänglich aus der Betreuung des rund 20 Hektar grossen Landwirtschaftsbetriebs. Nach der Hofübernahme im Jahr 1975 stellten Ueli und Annerös auf Bio um – ein damals mutiger Entscheid.

«Wir sind nach heutigen Begriffen ein Kleinbetrieb», sagt Ueli bescheiden. Der anfängliche Gemüse- und Gewächsanbau mit Viehwirtschaft wurde von Uelis Vater Johann mit einem Lohnunternehmen ergänzt. Damit sollte die Arbeit der Bauern «zähntum» erleichtert werden. Ueli und Sohn Michael sind «äm Bure» treu geblieben. Auch Enkel Levin zeigt Interesse, dereinst in die Stapfen von Vater und Grosätti zu treten.

«Mein Vater startete mit einem Bindemäher», schaut Ueli Wenger zurück. Mit dem Gerät liessen sich grosse «Bitze» rationell mähen und binden. «Damals ein Highlight», schmunzelt er.

Arbeiten für Dritte waren und sind gefragt, nicht zuletzt, weil sich nicht jeder einen grossen Maschinenpark leisten wollte oder konnte. Zu den Arbeiten auf dem Feld kamen Forstarbeiten hinzu.

Auch der Maschinenpark wuchs. So folgte auf den Bindemäher der erste Mähdrescher (noch gezogen) und wurden die Traktoren im Lauf der Zeit mehr und grösser. «z’Acher fahre», güllen, eggen, säen, ernten, verarbeiten, verpacken: «Äs het sech vienächli entwicklet», sagt Ueli. Fasste das erste Güllefass 2,5 Kubikmeter, nimmt das grösste Fass heute die zehnfache Menge auf.  Auch Gras-, Mais- und Holzhacker gehören zum Fuhrpark, nebst sieben Traktoren und dem erwähnten Mähdrescher. «Scho äs Plegerding», sinniert Ueli. Die Freude an Maschinen ist ihm anzusehen. Obwohl er den Hof übergeben hat und offiziell pensioniert ist, schaut er täglich auf dem Betrieb vorbei. Das wird geschätzt; Michael und seine Frau Priska sind stolz, das Vermächtnis weiterzuführen. Kleines Detail: Michael kam zwischen zwei älteren und zwei jüngeren Schwestern auf die Welt.

Die Familiengeschichte auf der Chumm geht weiter. Sie steht für viele andere Beispiele aus der Gantrischregion, wo Vorfahren ihr Lebenswerk an Nachkommen weitergeben, die das Vermächtnis mit Einsatz und Hingabe weiterentwickeln und in die Zukunft führen.

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