Wer durchs Dorf fährt, kommt an ihr kaum vorbei. Die Bahnhofstrasse verbindet den oberen mit dem unteren Dorfteil, führt zum Bahnhof und erschliesst Quartiere, Geschäfte und die Schulanlagen.
«Die Bahnhofstrasse ist eine Hauptachse im Dorf», sagt Andreas Oestreicher. Er ist Projektleiter und Berater sowie Mitinhaber der Syntas Solutions AG, einem Planungs- und Prozessberatungsunternehmen mit Sitz in Gümligen. Die Strasse während des Umbaus komplett zu sperren, sei deshalb keine Option. Während der gesamten Bauzeit müsse sichergestellt werden, dass die Durchfahrt sowie der Zugang zu Läden, Geschäften und Liegenschaften grundsätzlich möglich bleiben. «Um gewisse Einschränkungen kommen wir leider nicht herum», sagt Oestreicher. Umso wichtiger sei es, die Bevölkerung frühzeitig und laufend über die Arbeiten zu informieren.
Viele Probleme
Dass überhaupt gebaut werden muss, hat seinen Grund. Unter der Strasse besteht dringender Handlungsbedarf: Trinkwasserleitungen aus Grauguss sind bruchanfällig, Abwasserleitungen teilweise undicht, und Trinkwasser- sowie Kommunikationsleitungen alt. Auch der Strassenaufbau entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Neben dem Zustand der Strasse ist ausserdem die Verkehrssituation unausgeglichen. Personen, die mit dem Velo oder zu Fuss unterwegs sind, erhalten im Verhältnis zum Autoverkehr wenig Raum. Das birgt insbesondere für Zufussgehende Risiken.
Mit dem Umbau der Bahnhofstrasse sollen deshalb nicht nur unter, sondern auch auf der Strasse Veränderungen vorgenommen werden. Die Fahrbahn wird schmaler, die Trottoirs verlaufen beidseitig durchgehend und die Strasse soll dadurch für Zufussgehende insgesamt sicherer werden. Auch das Erscheinungsbild soll aufgewertet werden. Ein lärmmindernder Belag soll zudem den Geräuschpegel reduzieren.
Langer Weg
Bis das heutige Projekt stand, war ein langer Weg nötig. Eine erste Vorlage zur Sanierung scheiterte 2017 an der Urne. «Danach hat der Gemeinderat das Vorhaben neu aufgegleist und in einem mehrstufigen Verfahren weiterentwickelt», erklärt Oestreicher. Im September 2025 sagten die Toffner Stimmberechtigten schliesslich Ja zum Kredit von 3,77 Mio. Franken. Eine Spezialkommission, mit Personen aus Gewerbe, Bevölkerung, Schule, Vereinen und Ortsparteien hat die Projektunterlagen ausgearbeitet.
Ausserdem liefen Verhandlungen mit betroffenen Liegenschaftseigentümerinnen und -eigentümern. «Es ist wichtig, gut mit der Bevölkerung zu kommunizieren und während der zweijährigen Bauarbeiten sicherzustellen, dass die Zufahrt zu den Geschäften gewährleistet bleibt», erklärt der Projektleiter.
Tempo 30 bleibt ein Thema
Bevor im Frühling gebaut wird, informiert die Gemeinde nochmals über den aktuellen Stand und den weiteren Fahrplan. Am Dienstag, 15. September, um 19 Uhr findet im Mehrzweckraum des Bildungs- und Kulturzentrums «Hang» eine öffentliche Informationsveranstaltung statt.
Neben einem Ausblick soll dort auch über das Tempolimit diskutiert werden. Bleiben künftig die gewohnten 50 km/h, oder wird das Tempo reduziert? «Tempo 30 ist sicher zu diskutieren. Denn auf dieser Strasse sind viele Fussgängerinnen und Fussgänger sowievor allem viele Schulkinder unterwegs», so Oestreicher. Es gelte jedoch, an diesem Abend den Puls der Bevölkerung zu spüren. Bevor der Entscheid schliesslich beim Gemeinderat liegt.