«VERD lebt und bleibt bestehen; man bringt das Konzept nicht mehr weg.» Diese Aussage von Christian Wohlwend, dem Gründer und Leiter von VERD, gründet auf seiner Überzeugung, dass ein Konzept, das Geld erwirtschaftet und den Gewinn in die Gemeinschaft zurückfliessen lässt, Bestand haben wird. «Man soll den Haken nicht dort suchen, wo keiner ist», entgegnet Wohlwend dem Einwand, dass Verlockungen auch Zweifel erzeugen. «Am bestehenden System können viele Mängel festgestellt werden, unter anderem zerstören wir Teile unserer Lebensgrundlagen. Eigentlich müssten wir erst solches hinterfragen, statt Neues von vornherein abzulehnen.»
Gewinne in den Topf statt in die Tasche
Dabei betont der Leiter von VERD, dass das heutige System keinesfalls gestürzt gehört, aber den Menschen sollte dort, wo Mängel bestehen, die Möglichkeit zum Handeln gegeben werden. Das Instrument zur Erwirtschaftung finanzieller Mittel ist ein Bezahlsystem mittels App oder Karte. Der eigentliche Antrieb für die Initianten war jedoch, dass die Gewinne daraus zur Förderung von Solidarität und Gemeinschaft in einen Bevölkerungstopf fliessen. Wie in denjenigen von Riggisberg, wo nun deutlich mehr Mittel zur Förderung regionaler Projekte zur Verfügung stehen.
Für lebendige Gemeinden
Auch weitere künftige Gewinne sieht Christian Wohlwend dort, wo etablierte Dienstleistungen mit hohen Margen belegt sind: «Nebst vielen positiven Errungenschaften gibt es in unserer Gesellschaft auch einiges, das nicht korrekt ist. Das stört mich; und wenn mich etwas stört, will ich etwas dagegen tun.» Diese Haltung war für ihn Motivation und Herausforderung in einem und führte schliesslich zur Gründung von VERD. Als neue Anbieterin einer bestehenden Dienstleistung ist man sich der Konkurrenz auf dem Markt bewusst, allerdings sei es spannend festzustellen, dass viele Regionalbanken hinter dem System stehen: «Für sie bringen wir mit unserer Idee interessante Aspekte; weil Regionalbanken in den Dörfern verwurzelt und interessiert sind an aktiven, lebendigen Gemeinden.»
Mit Informationen überzeugen
Er definiert VERD als eines der seltenen privatwirtschaftlichen Unternehmen, das ausschliesslich einem Gewinn für die Gesellschaft verpflichtet ist und nicht einem für das Aktionariat. Zur Gewinnung neuer Partnerschaften und zur Umsetzung der hochgesteckten Ziele brauche es, so Wohlwend, vor allem eine hohe Glaubwürdigkeit: «Der erste Schritt ist die Information der Institutionen: Kantone, Gemeinden und Verbände. Der wichtigste Schritt ist jedoch die Information der Bevölkerung; denn die Menschen in den Gemeinden wissen am besten, was sie brauchen.»
Info: www.verd.swiss