YB in Kaufdorf

YB in Kaufdorf

Die Vize-Schweizermeisterinnen im Fussball reisen nach Kaufdorf, um gegen das Team Gürbetal anzutreten: eine Geschichte, wie sie nur der Schweizer Cup schreiben kann. Die Vorbereitungen laufen.

Der SV Kaufdorf war in der vergangenen Saison einer der am fairsten spielenden Clubs der Schweiz. Deshalb erhielten die in der 4. Liga spielenden Fanionteams der Männer und Frauen einen Startplatz im Schweizer Cup bzw. Axa Women’s Cup. Dort spielen gewöhnlich nur die Mannschaften der obersten Ligen. Die Herren empfingen Mitte August die BSC Old Boys (2. Liga interregional); trotz Niederlage wurde es ein gut besuchtes Fussballfest. Glück im Glück hingegen für die Damen, das Team Gürbetal: Ihnen wurde in der 1. Runde der einzige ebenfalls 4.-klassige FC Malcantone zugelost, den sie auswärts besiegten. In der 2. Runde, am 25. September, treffen sie auf die amtierenden Vize-Schweizermeisterinnen und Vize-Cupsiegerinnen, die BSC YB Frauen. Ein wohl einzigartiges Heimspiel.

«Wir bereiten uns ganz normal auf das Spiel vor», sagt Adrian Tanner, Trainer und Verantwortlicher Frauenfussball beim SV Kaufdorf. Klar, relativiert er, «wir müssen schon damit rechnen, arg unter die Räder zu kommen.» Die YB Frauen sind Profiathletinnen, die Spielerinnen seines Teams hingegen grösstenteils noch minder- oder knapp volljährig und im Breitenfussball zuhause. Physis, Technik, Geschwindigkeit: Der Niveauunterschied wird immens sein. Doch das Heimteam und sein Trainer freuen sich auf die Affiche. «Wir gehen raus und versuchen, unsere Sache gut zu machen», betont Tanner. «Ich möchte nicht nur hinten stehen und die Bälle nach vorne hauen.» Er hält seine Spielerinnen an, sich etwas zu wagen. «Schön wäre es, auch mal zwei Pässe zu spielen», nennt er ein Beispiel. Den Zuschauenden sollte klar sein, dass es bereits beachtlich ist, wenn eine Kaufdorferin einer Bernerin «fast hinterhermag», wie er sagt. Sein Team ist in dieser Zusammensetzung erst in seiner zweiten Saison. «Für ein breiteres Kader brauchen wir noch weitere Spielerinnen. Und für die Aufbauarbeit würden wir uns über einige engagierte Trainerinnen mehr freuen», erklärt der Trainer. Längerfristig wird der Aufstieg angepeilt. Doch im Zentrum stehen der Spass am Fussball und die Vision, diese Freude möglichst vielen Mädchen und Frauen aus der Region vermitteln zu können.

Um die 500 Zuschauende erwartet der familiäre Verein. Zusätzliche Grillstände, Bierwagen und Toiletten sind gefragt, mindestens 50 zusätzliche Helfende werden im Einsatz stehen. Ein Dämpfer ist die Tatsache, dass viele aus dem Nachwuchs am Matchtag in den Herbstferien weilen, auch wenn einzelne extra für den Match heimkehren werden. Das Ganze sei ein «riesiger Aufwand». Aber es werde ein typisches Spiel, wie es nur im Cup möglich ist. Tanner betont: «Wir freuen uns. Es soll ein Fest sein.»

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