Staudenmanns Siegeszug

Staudenmanns Siegeszug

Vom Mitfavoriten zum Topfavoriten. Nach seinem Triumph am Berner Kantonalen im Wankdorf gewinnt Fabian Staudenmann auch auf der Rigi, dem Brünig, im Jura und auf der Schwägalp. Damit reiht er fünf grosse Schwingfestsiege aneinander. Mit dem Seeländischen kommt er 2026 bereits auf sechs Kranzfestsiege.

Auf der Rigi beginnt Staudenmann mit einem Gestellten gegen Samuel Schwyzer, gewinnt danach aber sämtliche Gänge. Auch auf dem Brünig setzt er seinen Lauf fort und schreibt Geschichte: Seit der Gründung des Eidgenössischen Schwingverbands 1895 ist er erst der zweite Schwinger, der sämtliche Bergkranzfeste gewinnen konnte. Mittlerweile steht der erst 26-Jährige bei 26 Kranzfestsiegen. Mehr haben nur Christian Stucki, Matthias Sempach und Rudolf Huns-perger erreicht.

Mit Michael Ledermann sorgt ein weiterer Schwarzenburger für eine bemerkenswerte Saison. Nach langer Verletzungspause gelingt ihm ein eindrückliches Comeback. Auf der Rigi wird er Fünfter, auf dem Brünig nach starken Auftritten gegen Werner Schlegel und Dominic Schneider sogar Zweiter. Beim Bern-Jurassischen steht er gegen Staudenmann im Schlussgang und wird Vierter. Auf der Schwägalp bezwingt er zum Auftakt Marco Good und holt als Fünfter erneut den Kranz. Fünf Kranzfeste, fünf Kränze: Ledermann gehört wieder zur absoluten Spitze. Wie im Jahr 2025 gelingt ihm auch im Jahr 2026 der sofortige Wiedereinstieg an der Spitze nach einer Verletzungspause. Wie gut wird er wohl in der kommenden Saison, wenn er im Winter 2026/2027 verletzungsfrei bleibt?

Auch dahinter überzeugt der Schwingklub Schwarzenburg. Das Bern-Jurassische Schwingfest auf dem Werdtberg wird mit sechs Kränzen regelrecht zu Schwarzenburger Festspielen. Neben Staudenmann und Ledermann überzeugen Dominik Binggeli als Fünfter, Tobias Lauper als Sechster sowie Severin Schwander, Nicolas Zimmermann und Lorenz Berger. Besonders der erst 19-jährige Lauper deutet sein grosses Potenzial an. Auf dem Brünig stellt er den Eidgenossen Jonas Burch und bewegt sich immer näher an die Spitze heran.

Severin Schwander bestätigt eine aufsteigende Form wenig später auf der Schwägalp. Nur Damian Ott kann ihn bezwingen, am Ende sichert er sich Rang sieben und seinen vierten Kranz der Saison. Nicolas Zimmermann holt im Jura seinen dritten Kranz, während Lorenz Berger nach einem Kreuzbandriss mit seinem ersten Saisonkranz ein gelungenes Comeback feiert.

Andere Nachwuchsschwinger wie Joel Zimmermann und Ueli Nussbaum verpassen einen Kranz im Jura lediglich um einen halben Punkt.

Auch der Schwingklub Wattenwil darf sich freuen. Wie anfangs der Saison schon ersichtlich war, kämpft sich Loris Berger zusehends nach vorne und sichert sich gleich zu Saisonbeginn den zweiten Kranz. Der Burgisteiner hat an den Bergkranzfesten nicht ganz so viele Einladungen wie gewisse Schwarzenburger und konzentriert sich gegen Saisonende auf Regionalfeste. Mit Erfolg. Am Schwing- und Älplerfest Engstlenalp muss er sich nur von Bernhard Kämpf geschlagen geben und sichert sich Rang acht. Denselben Rang mit derselben Punktzahl (56) erkämpft er sich am Kemmeriboden Schwinget.

Für die Sensler war vor allen Dingen das Südwestschweizerische Schwingfest ein Saisonhöhepunkt. Der Anlass überzeugt mit ungezwungener Atmosphäre und starken sportlichen Leistungen. Zwar dominiert Michael Moser das Fest souverän mit sechs Siegen, doch vor allen Dingen die Schwinger aus dem Kanton Freiburg sorgen gegen prominente Gäste für zahlreiche Überraschungen. Romain Collaud bezwingt Damian Ott, Lario Kramer schlägt Nick Alpiger und Paul Tornare den Eidgenossen Michael Gwerder. Aus dem Sensebezirk macht die junge Generation erneut auf sich aufmerksam: Silvan Zbinden gewinnt nach einer Startniederlage fünf Gänge, wird Vierter und holt seinen zweiten Stern. Punktgleich überzeugt Routinier Nicolas Sturny. Christoph Baeriswyl und der erst 19-jährige Leon Pellet verpassen zwar den Kranz, zeigen aber ihr Potenzial gegen starke Gegner. Auch die Brüder Laurent und Paul Tornare setzen Ausrufezeichen. Das Fazit: Die Südwestschweizer können mit der nationalen Spitze mithalten – und aus dem Westen wächst eine vielversprechende Generation heran, die in den kommenden Jahren noch viel Freude bereiten wird.

Kilchberg Schwinget
Der Saisonhöhepunkt findet kurz nach Drucklegung dieser Ausgabe statt. Er wird gesondert mit einer Gesamtrückschau der Saison deshalb erst in der nächsten Ausgabe berücksichtigt.

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