Die Aufregung hat sich gelegt

Die Aufregung hat sich gelegt

Bald geht es los mit der Jahresschule Belp. Weniger Wochenstunden für die Schülerinnen und Schüler, dafür auch weniger Schulferien. Das Pilotprojekt stösst bei vielen Eltern und Fachleuten auf grosses Interesse – trotz mancher ungenauer Artikel und Sendungen.

Die Kritik gewisser Schweizer Medien fiel ausgesprochen harsch aus, als im Dezember 2025 der Schulversuch «Jahresschule Belp» der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Davon unbeeindruckt hat der Kanton diesen Februar das vorerst sechsjährige Pilotprojekt bewilligt – anschliessend könnte der Gemeinderat eine Verlängerung beantragen. Nach rund 1,5 Jahren wird der Gemeinderat entscheiden, ob nach drei 3 Jahren abgebrochen wird oder ob der Versuch 6 Jahre dauert. Im Gespräch mit der Gantrisch Zeitung erläutert Initiantin Daniela Schädeli den Sinn und Zweck des Schulversuches, der im August im Schulhaus Hohburg mit 22 Kindern der Basisstufe (Kindergarten bis
2. Klasse) starten wird.

Frau Schädeli, wollen Sie mit Ihrem Pilotprojekt eine Schulrevolution anzetteln, wie in gewissen Medien zu lesen war?

Diesen Eindruck haben in erster Linie die Boulevard-Medien durch ihre verkürzte Darstellung der Jahresschule vermittelt. Dessen ungeachtet hat unser Schulmodell sowohl innerhalb von Belp als auch aus Fachkreisen viel Zuspruch erhalten. Gegen Ende 2025 ist die negative Kritik deutlich leiser geworden. Im Januar 2026 fanden die ersten Austauschtreffen mit interessierten Eltern und Lehr- sowie Betreuungspersonen statt, an denen gemeinsam die Eckpunkte des Schulversuches entwickelt wurden. Die Jahresschule ist gedacht als alternatives Angebot an berufstätige Eltern, die heute in den 13-wöchigen Schulferien die Betreuung ihrer Kinder organisieren müssen, während sie selbst nur fünf oder sechs Wochen Ferien haben. Die Gewissheit, dass ihre Kinder in der Jahresschule während 46 Wochen gut betreut sind, ist für diese Eltern eine grosse Entlastung.

Wie ist es zu den alternativen Wochen- und Jahresstrukturen gekommen?

Ende Januar haben sich interessierte Eltern und Lehr- und Betreuungspersonen an einem Arbeitstreffen auf sogenannte «gebundene Zeiten» geeinigt, an denen ein Team von Lehr- und Betreuungspersonen die Kinder montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 16.30 Uhr und mittwochs von 8 bis 12 Uhr unterrichtet und betreut. Der Freitag bleibt unterrichtsfrei. Im Gegenzug werden die Schulferien von bislang dreizehn auf sechs Wochen reduziert, wobei dank acht individueller Joker-Tage eine Verlängerung der Ferien von sechs auf acht Wochen möglich ist.

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