«Wir wollen Brücken über die Sense schlagen»

«Wir wollen Brücken über die Sense schlagen»

Bund und Kanton Bern unterstützen seit 2008 im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) Berggebiete und Grenzregionen in ihrer regionalwirtschaftlichen Entwicklung. Der Verein Bike Region Voralpen hat für das NRP-Projekt «Aufbau Mountainbike- und Fahrradregion Gantrisch» in einer ersten Projektphase geeignete Strategien und Grobkonzepte erarbeitet. Darauf aufbauend stehen nun Entwicklung und Umsetzung des Detailkonzeptes an. Die Gantrisch Zeitung hat sich über die konkretisierten Pläne mit Manuela Huber, Geschäftsführerin des Vereins Bike Region Voralpen, unterhalten.

Manuela Huber, welches sind die nächsten Schritte zur Umsetzung des vorliegenden Grobkonzeptes?

Nachdem Anfang Mai an der Vereins-Mitgliederversammlung die ausgehandelte Strategie verabschiedet worden ist, geht es in der zweiten Projektphase nun darum, die finanzielle Projektunterstützung durch die Gemeinden, die Regionalkonferenz Bern-Mittelland (RKBM) sowie Gönner aus der Bike-Industrie sicherzustellen. Danach gilt es, mit den involvierten Gemeinden, Ämtern, Grundeigentümern und weiteren Nutzern der Wege (Biker, Wanderer, Reiter) einen Konsens zu finden. Auch Industrie- und Tourismusbetriebe, Bike-Shops und -Anlagen sowie Velovermietungen müssen involviert werden. Alle Beteiligten sind sich bewusst, dass der Aufbau eines zusammenhängenden Mountainbike-Routennetzes ein zeitintensives Projekt darstellt. Das hat uns der Kanton Graubünden gezeigt, der für Planung und Aufbau seines professionellen Mountainbike-Angebotes über zehn Jahre gebraucht hat. Wir sind dankbar, dass der Verein «Gantrisch Biking» aus dem Naturpark Gantrisch mit der Schaffung und dem Unterhalt von fünf offiziellen Mountainbike-Routen wertvolle Pionierarbeit geleistet hat.

Ihr Verein will die Voralpenregion zu einer erfolgreichen, naturnahen und nachhaltigen Mountainbike- und Fahrradregion entwickeln. Was bedeutet das konkret?

Es gilt, die zahlreichen Interessen der verschiedenen Nutzergruppen (Freizeitwegnutzer, Grundeigentümer, Tourismus, Umweltschutz, Öffentlichkeit) zu kennen und gangbare Kompromisse und Wege zu finden. Zudem ist es wichtig, unser Vorhaben breit abzustützen. Ziel bleibt es, die verschiedenen Nutzer der Wege so zu lenken, dass möglichst wenig Konflikte entstehen und die Natur minimal belastet wird. Im Sinne der Koexistenz sollen wenn möglich Mountainbike-Routen und Wanderwege gemeinsam genutzt werden. Unter Nachhaltigkeit verstehen wir eine gesunde Balance zwischen attraktiven Angeboten und Umweltverträglichkeit. Wichtig ist ein Angebot, das zur Region passt und möglichst viele lokale Dienstleistungen und Produkte berücksichtigt. Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft sollen im Fokus stehen. 

Auf welche neuen Routen kann sich die Mountainbike Community freuen?

Es fehlt vor allem an Routen ab und rund um die Stadt Bern, welche die ländlichen Regionen mit der Stadt verbinden. Die Mountainbikerinnen sollen direkt vor der Haustüre oder von ÖV-Haltestellen aus starten können. Bereits vorhandene Bike-Angebote wie der Gurtentrail oder der Swiss Bike Park sollen mit den geplanten Routen verbunden werden. Dazu brauchen wir die Zustimmung sowie finanzielle Unterstützung von Gemeinden, Industrie und Region. Eine enge Zusammenarbeit mit den bestehenden Vereinen und den angrenzenden Regionen ist zen-tral. Wir brauchen ein attraktives Mountainbike-Netz über den ganzen Kanton. Deshalb engagieren wir uns auch als Kommissions-Mitglied von BEBike, der kantonalen Interessengemeinschaft Mountainbike Kanton Bern.

 

Aufruf

Der Verein Bike Region Voralpen sucht im Gebiet Längenberg Freiwillige, die sich im Projekt «MTB-Route entlang des Längenbergs» engagieren möchten. Melde dich unter: verein(at)bikevoralpen.ch

Engagiere dich für‘s Mountainbiken
mit einer Mitgliedschaft in einem lokalen Verein oder kantonal bei BEBike!
www.bebike.org/Beitritt

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